Industriesalon Schöneweide


Der Industriesalon Schöneweide in der Reinbeckstraße 9 in Oberschöneweide entführt uns in die Welt der Industriegeschichte des Ortsteils Schöneweide. Die Ausstellungsinhalte sind vorrangig historische und technische Geräte und Maschinen, die zur Herstellung von Elektronenröhren genutzt wurden. Hinzu kommen rund 50.000 Fotografien, die die Entwicklung und Veränderung der Röhren seit 1945 veranschaulichen.

Im Jahr 1945 gründete die Sowjetische Militäradministration das sogenannte Labor, Konstruktionsbüro und Versuchswerk Oberspree (LVKO). Daraus entstand das Oberspreewerk (OSW), das sich, später als VEB bekannt, um die Produktion von Elektronenröhren und fernsehtechnischer Geräte kümmerte. In den Jahren zwischen 1984 und 1991 wurden hier etwa 4,5 Millionen Farbbildröhren produziert. Rund 9.500 Mitarbeiter waren an der Produktion beteiligt. Einige Jahre war das Werk in den Händen des koreanischen Konzerns Samsung.

Der Industriesalon Schöneweide entstand, als Samsung die Immobilie im Jahr 2009 verkaufen wollte. Der Verein Industriesalon Schöneweide e.V. nahm sich der Rettung und der Umlagerung der Sammlung in eine Industriehalle an. Heute können wir die Zeugnisse der Industriegeschichte von Schöneweide in der Reinbeckstraße 9 bewundern. Der größte Teil der Ausstellungsinhalte stammt aus dem ehemaligen Werksmuseums „Technik im Turm“ aus den 1980er Jahren. Das „jüngste“ Ausstellungsstück des Industriesalons Schöneweide ist eine eindrucksvolle alte Kabeltrommel, die aus dem Kabelwerk Oberspree (KWO) stammt.

Seit März 2017 befindet sich das Archiv der schreibenden Arbeiter*innen im Industriesalon Schöneweide. In vielen Betrieben in der DDR gründeten sich in den 1960er Jahren erste Zirkel schreibender Arbeiter. Die Texte der schreibenden Werktätigen drohten verloren zu gehen, als die Betriebe nach und nach geschlossen wurden. Im Archiv befinden sich nun die unverfälschten Originaldokumente der schreibenden Arbeiter*innen. Die Geschichten, die einem einmaligen Lebensgefühl der DDR entspringen, werden nun im Industriesalon Schöneweide aufbewahrt. Rund 10.000 Texte befinden sich heute im Archiv der schreibenden Arbeiter*innen.

Jeden ersten und zweiten Mittwoch im Monat bietet der Industriesalon Schöneweide das sogenannte Repair-Café an. Hier heißt es: Reparieren statt neu kaufen, Nachhaltigkeit anstelle von unnötigem Konsum. Alles, was gebraucht wird, um die defekten Gegenstände wieder „ausgehreif“ zu machen, wird vom Industriesalon zur Verfügung gestellt. Die nächsten Termine sind 6. und 13. September, jeweils von 17 bis 20 Uhr. Neue Gesichter sind jederzeit herzlichen willkommen.

Ein weiteres Highlight des Industriesalons Schöneweide ist die Dokumentarfilmreihe, die im September fortgesetzt wird. Am Freitag, den 8. September wird unter anderen der Film „Von Milljöh zu Milieu“ von Axel Kaspar gezeigt. In 30 Minuten wird uns hier die Geschichte der Modernisierung vom Scheunenviertel nähergebracht. Eine Interessierten haben im Anschluss die Gelegenheit, sich im Gespräch mit dem Regisseur auszutauschen.

Wer etwas mehr über die Schöneweider Industriekultur erfahren möchte, dem empfehlen wir zum Beispiel die vom Industriesalon Schöneweide angebotene sonntägliche Kombination aus Schiffsreise und Führung. Für die Sportlichen werden auch geführte Fahrradtouren angeboten. Weitere Informationen zum vielfältigen Angebot des Industriesalons Schöneweide finden Sie unter www.industriesalon.de. Die Öffnungszeiten sind immer mittwochs, freitags sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.